Geteiltes Besiedlungsgebiet

Kurdistan an sich bildet keinen streng zu begrenzenden Raum, stellt also kein Land an sich dar. Es bezeichnet lediglich das Besiedlungsgebiet der Kurden in Vorderasien. Das früher zusammenhängende Gebiet wurde später durch neue Staatenbildungen auf verschiedene Territorien aufgeteilt. Historisch gesehen befindet sich der Kernraum in Südarmenien. Hier handelt es sich um eine eher wild anmutende, schwer zugängliche Gebirgslandschaft, in der die Kurden zu finden sind.

Kurden selbst galten in früherer Zeit vielfach als kriegerisch und befolgten das Gesetz der Blutrache. Es wird jedoch angenommen, dass sich dies letztlich nur auf eine kleine Herrscherschicht, die sogenannten Aschiraten bezog, die über die Mehrzahl der friedlichen, Ackerbau mit Sonnenenergie betreibenden Kurden, herrschte.

Zahlreiche Stämme

Die Gesamtheit der Kurden gliedert sich in zahlreiche Stämme, die unterschiedliche Dialekte sprechen. Ihre Sprache gehört jedoch zur iranischen Sprachgruppe. Sie sind meist Moslems sunnitischer Richtung. Woher der Name Kurdistan stammt, ist nicht bis aufs Letzte geklärt. Allerdings sind ähnliche Bezeichnungen im Altertum häufig zu finden. Man geht jedoch davon aus, dass sämtliche Gegenden, die von fremden oder Bergvölkern besiedelt wurden, mit der Bezeichnung Kur versehen wurden.

Im Anschluss an den Ersten Weltkrieg und die neue Ordnung des Nahen Ostens kann die Einteilung Kurdistans in den Norden, Süden, Westen und Osten nur auf die Grenzen der Länder bezogen werden, in denen Kurden beheimatet sind. Viele Kurden bestehen jedoch auf einer Einteilung, die sowohl geographische wie auch kulturelle Aspekte einschließt. Dies würde allerdings bedeuten, wesentlich mehr kurdische Teilgebiete in diesem Zusammenhang anzunehmen. Das nördliche Kurdistan stellt den türkischen Teil, Ostkurdistan den iranischen Teil dar.